SHK · Kreis Borken

    KI und Digitalisierung für SHK-Betriebe

    Im SHK-Betrieb entscheidet sich viel an der Schnittstelle zwischen Büro und Baustelle: Angebot, Aufmaß, Stückliste, Anmeldung, Dokumentation. Wir sehen uns an, wo bei Ihnen Informationen verloren gehen oder doppelt erfasst werden, und sagen Ihnen, was sich davon lohnt. Und was nicht.

    Von Christian Schubert · Stand 07.10.2026

    SHK in Zahlen

    Die Branche auf einen Blick

    • rund 48.000SHK-Betriebe in Deutschland, rund 390.000 Beschäftigte (2025)
    • 59,1 Mrd. EuroBranchenumsatz 2025, leicht unter dem Vorjahr
    • rund 299.000abgesetzte Heizungs-Wärmepumpen 2025, 55 % mehr als 2024
    • 70,6 %Stellenüberhangsquote in der Berufsgruppe SHK: rechnerisch 10.941 offene Stellen nicht besetzbar (Jahresdurchschnitt 2025)
    • 40.770Auszubildende zum Anlagenmechaniker SHK, 0,8 % mehr als im Vorjahr (2025)
    • 106,2Geschäftslageindikator im Ausbaugewerbe, Kammerbezirk Münster (Frühjahr 2026, Vorjahr 107,6)

    Quelle: Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK, Pressemitteilungen vom 04.05.2026), KOFA/IW Köln (Fachkräftesicherung im Handwerk, 06/2026), Fachpresse zu Statistiken des Bundesverbands Wärmepumpe, Handwerkskammer Münster (Konjunkturbericht Frühjahr 2026). Zahlen speziell für SHK im Kreis Borken liegen uns nicht belegt vor; die Kammer weist SHK nicht gesondert aus.

    Struktur

    Bestand, Wartung und Wärmepumpe

    Nach Angaben des ZVSHK wird das Geschäft 2025 maßgeblich vom Gebäudebestand getragen, zunehmend durch Reparatur und Instandhaltung. Investitionen in neue Heizungen oder Bäder bleiben vielfach aus, das Kundendienst- und Wartungsgeschäft beschreibt der Verband als stabile Umsatzsäule. Die Handwerkszählung 2022 nennt im Durchschnitt acht Beschäftigte je SHK-Betrieb (laut Fraunhofer ISE). Die Zahl der Betriebe weicht je nach Quelle ab (42.601 in der Handwerkszählung 2022, rund 48.000 beim Verband für 2025), weil Jahr und Abgrenzung verschieden sind.

    Der Wärmepumpenmarkt wächst: Rund 299.000 Heizungs-Wärmepumpen wurden 2025 abgesetzt, knapp die Hälfte aller neu installierten Wärmeerzeuger, etwa 80 Prozent davon im Bestand. Im ersten Halbjahr 2026 meldet der Bundesverband Wärmepumpe 195.000 Geräte. Laut Fachpresse lag der Wert im ersten Halbjahr 2025 bei rund 139.000, das wären gut 40 Prozent mehr (eigene Rechnung, beide Werte nicht am Original geprüft).

    Aufwand

    Was eine Wärmepumpe im Bestand wirklich kostet: Zeit

    Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat in einem vom Bund geförderten Projekt (Projektpartner unter anderem der ZVSHK) Wärmepumpen-Einbauten im Bestand untersucht. An 30 Projekten wurden von August 2024 bis Februar 2025 per Selbsterfassung der Betriebe im Schnitt rund 114 Personenstunden je Projekt gemessen, davon 81 Prozent Installation einschließlich Fahrzeit und Absprachen und 19 Prozent Beratung, Planung, Angebot, Inbetriebnahme und Abrechnung. Der Unterschied zwischen schnellster und langsamster Installation betrug rund 250 Prozent. Bei etwa 80 Prozent der Baustellen war mindestens ein weiteres Unternehmen beteiligt, etwa für Elektro oder Fundament.

    Als größte Büro-Zeitposten nennt der Bericht Absprachen während der Bauphase, Beratung vor Ort, Bauzeitenplanung, Aufmaß und Stundennachweise, Anlagenplanung, die Datenaufnahme für den hydraulischen Abgleich und die Angebotserstellung. Der häufigste Medienbruch ist laut Befragung von elf Betrieben die Kommunikation zwischen Büro und Baustelle. Das ist eine kleine Stichprobe und kein repräsentativer Wert, aber ein klarer Hinweis darauf, wo man zuerst hinschauen sollte.

    Rahmen

    Gesetz, Förderung und Nachweise

    Gebäuderecht: Nach Angaben der Bundestagsdrucksache 21/7797 wurde im Juli 2026 ein Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes verkündet, das nun Gebäudemodernisierungsgesetz heißt. Einzelne Teile treten gestaffelt bis 2030 in Kraft. Was sich für Heizungen im Einzelnen ändert, berichten bisher vor allem Kanzleien; wir haben die Angaben nicht am Gesetzestext geprüft und nennen deshalb keine Quoten. Wer Kunden dazu berät, sollte den Gesetzestext lesen.

    Förderung: Seit dem 21. Juli 2026 gelten für Anträge bei KfW und BAFA neue Konditionen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Die KfW nennt für die Heizungsförderung eine Spanne der Förderquote; Fachquellen weichen bei der Obergrenze voneinander ab, das klären wir deshalb nicht hier, sondern im KfW-Portal. Der Ablauf verlangt unter anderem eine Bestätigung zum Antrag, einen Liefervertrag mit aufschiebender Bedingung und einen hydraulischen Abgleich. Die Dokumentation gehört also zum Projekt.

    Wärmeplanung: Nach dem Wärmeplanungsgesetz müssen Gemeinden bis zum 30. Juni 2028 einen Wärmeplan vorlegen. Die Stadt Bocholt hat ihren Entwurf 2025 öffentlich beteiligt und nach eigener Aussage ergeben sich daraus keine rechtlich verbindlichen Vorgaben. Wie weit die übrigen Kommunen im Kreis sind, ist nicht belegt.

    Betrieb und Nachweise: Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verlangt Dichtheitskontrollen und Aufzeichnungen, die mindestens fünf Jahre aufzubewahren sind und am Anlagenstandort zugänglich sein müssen; als Betreiber gelten auch Eigentümer von Wärmepumpen. Wärmepumpen über 4,2 Kilowatt sind vor der Installation beim Netzbetreiber anzumelden (§ 14a EnWG). Die E-Rechnung muss seit 2025 empfangen werden, Ausstellen ab 2027, bei geringem Vorjahresumsatz ab 2028. Rechtsstand: 07.10.2026, keine Rechtsberatung.

    Gut zu wissen

    Hintergründe, die in der Branche zählen

    1. 01

      Eine Wärmepumpe dauert im Bestand etwa dreimal so lange wie ein Gaskessel

      Laut einem Panel des ZVSHK (Juli 2024) kalkulieren Betriebe im Mittel rund 110 Monteurstunden für eine Wärmepumpe im Bestands-Einfamilienhaus, für einen Gaskessel 36. Der Mehraufwand kommt aus Planung, Zusatzgewerken, Speichern und Förderunterlagen.

    2. 02

      Geplant wird oft für den Papierkorb

      Anbahnung und Planung werden laut Fraunhofer-Bericht häufiger geleistet als installiert wird, weil nicht jedes Angebot zum Auftrag wird. Beratung und Planung kosten je Projekt im Mittel nur wenige Stunden, beschleunigen würden Betriebe sie trotzdem gern.

    3. 03

      Pauschalanbieter erhöhen den Druck

      Der Bericht beschreibt Anbieter mit Preisgarantie und stark arbeitsteiligen, weitgehend digitalen Abläufen, die bei Wärmepumpen Marktanteile gewinnen. Deren Schwäche laut Handwerk und Verbänden: wenig Flexibilität bei Sonderfällen und bei der Wartung fremder Anlagen.

    4. 04

      Förderanträge dauern zu lang

      In einer Umfrage von 2024 (104 Befragte) empfanden fast drei Viertel die Bearbeitungsdauer der Förderanträge als zu lang. Wer Anträge vorbereitet, hat dadurch einen echten Zeitposten.

    5. 05

      Auch Hausbesitzer sind „Betreiber“

      Nach der F-Gase-Verordnung treffen Dichtheits- und Aufzeichnungspflichten den Eigentümer einer Wärmepumpe. Für Betriebe mit Wartungsverträgen ist sauber geführte Dokumentation damit ein Leistungsmerkmal.

    6. 06

      Nachwuchs wächst langsam

      Der Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker SHK zählte 2025 bundesweit 40.770 Auszubildende (plus 316). Der Beruf Ofen- und Luftheizungsbauer verlor 8,9 Prozent. 2024 blieben 17 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen im SHK-Handwerk unbesetzt (Bundesagentur für Arbeit, zitiert im Fraunhofer-Bericht).

    Unser Blick

    Wo wir hinschauen würden

    • 01

      Büro und Baustelle

      Wie kommen Angebot, Aufmaß, Stückliste und die Besonderheiten eines Objekts zur Montage? Wir würden prüfen, wo Angaben verloren gehen oder doppelt eingegeben werden, und ob eine einheitliche Auftragsakte genügt, bevor KI nötig ist.

    • 02

      Wartungsverträge und Nachweise

      Wartung ist die stabile Umsatzsäule, und Aufzeichnungen müssen Jahre vorgehalten werden. Wir würden schauen, wie Terminserien, Erinnerungen, Protokolle und Ablage heute geführt werden und wo Suchaufwand entsteht.

    • 03

      Förderung, Netzbetreiber und Rechnung

      Förderanträge gelten als zu langsam, die Anmeldung beim Netzbetreiber als Fehlerquelle, E-Rechnungen bereiten vielen Betrieben beim Empfang Mühe. Wir würden prüfen, welche Angaben mehrfach getippt werden und ob ein sauberer Datenfluss bis zur Rechnung möglich ist.

    Das ist unsere Einschätzung aus den Strukturdaten, keine Aussage über einzelne Betriebe. Was bei Ihnen tatsächlich Zeit kostet, sehen wir erst im Betrieb. Wo sich der Aufwand nicht lohnt, sagen wir das ebenfalls.

    Der erste Schritt

    Wo verliert Ihr Betrieb jede Woche Zeit?

    Kostenlos und ohne Verkaufsdruck. Wir hören zu und sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Analyse für Sie lohnt.

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