Borken · Kreis Borken

    KI und Digitalisierung für Betriebe in Borken

    Borken ist Kreisstadt, Pendlerziel und eine der am besten mit Glasfaser versorgten Städte im Land. Das ist eine gute Ausgangslage, um Abläufe in Betrieben neu zu denken.

    Von Christian Schubert · Stand 06.10.2026

    Borken in Zahlen

    Der Standort auf einen Blick

    • 43.170Einwohner am 31.12.2025 (IT.NRW-Fortschreibung)
    • > 21.000sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze laut Stadt, ein Rekordwert (Haushaltsvorbericht 2025)
    • 95,8 %Glasfaserquote laut Stadt (BREKO-Marktanalyse 2023), NRW-Durchschnitt 32 %
    • +3.500Pendlersaldo 2021; Bocholt–Borken ist die stärkste Pendlerachse im Kreis
    • 1.061gewerbesteuerpflichtige Betriebe 2024 (insgesamt 4.260 Gewerbetreibende)
    • 152,97 km²Stadtfläche, davon rund 64 % Landwirtschaft und 15 % Wald

    Quelle: Stadt Borken (Haushaltsplan 2025, Glasfaserausbau, Mobilitätskonzept), IT.NRW-Fortschreibung, BREKO. Mehrere Stadtseiten tragen kein Datum; Größenordnungen sind entsprechend gerundet.

    Unser Blick

    Wo wir in Borken hinschauen würden

    • 01

      Wenige Große, viele Kleine

      Die Steuerbasis zeigt es: Neben wenigen großen Zahlern tragen über 900 kleinere Betriebe die Stadt. Bei ihnen hängt Wissen oft an einer Person, und ein Ausfall kostet mehr als ein Werkzeug. Als Industrieschwerpunkt nennt die Stadt den Maschinenbau.

      Mehr zum produzierenden Gewerbe

    • 02

      Nachfolge im Kreis

      Laut WFG-Befragung 2026 brauchen vier von zehn Unternehmen im Kreis einen Nachfolger, bei 40 Prozent davon ist die Nachfolge noch ungeregelt. Ein dokumentierter Betrieb ist leichter zu übergeben.

      Mehr zu Handwerk und Bau

    • 03

      Verwaltung trifft Betriebe

      Die Stadt will bis 2027 fünf Arbeitsprozesse automatisieren. Auch Betriebe haben solche Schnittstellen zu Behörden: Anträge, Nachweise, Meldungen. Wir schauen, welche davon sich lohnen zu vereinfachen.

    Das ist unsere Einschätzung aus den Strukturdaten, keine Aussage über einzelne Betriebe. Was bei Ihnen tatsächlich Zeit kostet, sehen wir erst im Betrieb.

    Wirtschaft

    Familienunternehmen, Industrie und Verwaltung unter einem Dach

    Die Stadt beschreibt sich als Mischung aus mittelständischen Familienunternehmen, international aufgestellten Firmen und kleinem Handwerk, dazu moderne Landwirtschaft, Handel und Dienstleister. Nach ihrer undatierten Wirtschaftsseite arbeiten rund 6.000 Menschen in der Produktion und etwa 4.200 in Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Logistik; größter Bereich sind die Dienstleistungen. Als Industrieschwerpunkt nennt die Stadt den Maschinenbau.

    Auffällig ist die Verteilung der Steuerkraft: 2024 trugen neun Betriebe mit je mehr als einer halben Million Euro Gewerbesteuer zusammen 33,24 Prozent des Aufkommens, weitere 86 Betriebe 36,06 Prozent. Der große Rest der 1.061 gewerbesteuerpflichtigen Betriebe teilt sich den Rest (eigene Rechnung: rund 31 Prozent). Borken lebt also von wenigen großen Zahlern und sehr vielen kleinen Betrieben.

    Gewerbeflächen gibt es in Borken, Gemen, Weseke und Burlo, namentlich unter anderem im Gewerbegebiet Ost, am Nordring, an der Hansestraße und in Weseke. Die Stadt nennt über zehn Millionen Quadratmeter erschlossene Flächen, bietet einen Nachlass für Nachhaltigkeitsmaßnahmen an und plant zusätzlich ein Gebiet von rund zehn Hektar bis 2026/27.

    Pendler

    Die Achse nach Bocholt

    Nach dem Pendleratlas NRW pendelten 2021 knapp 11.500 Menschen aus Borken aus, die Zahl der Einpendler lag deutlich darüber. Die stärkste Verbindung im ganzen Kreis ist die zwischen Bocholt und Borken: rund 2.800 Pendlerwege täglich, etwas mehr als die Hälfte Richtung Bocholt. Die größten Einpendlergruppen kamen aus Velen (1.546), Bocholt (1.388), Heiden (1.046), Raesfeld (1.039) und Rhede (918).

    Für Betriebe heißt das: Wer in Borken Mitarbeiter sucht, konkurriert mit Bocholt, und wer dort wohnt, entscheidet mit jedem Arbeitstag neu, in welche Richtung er fährt. Neuere Pendlerzahlen als 2021 lagen uns nicht vor.

    Digital

    Glasfaser, Smart City und ein Gründungszentrum

    Laut Stadt beträgt die Glasfaserquote 95,8 Prozent, gegenüber 32 Prozent im NRW-Schnitt; der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) verlieh Borken am 18.07.2024 den Titel „Echte Glasfaser-Kommune“. Der Ausbau in den Gewerbegebieten begann im November 2020. Weitere Teile des Außenbereichs werden über das kreisweite Förderprojekt „Graue Flecken“ angeschlossen; die WFG meldete Ende 2025, dass mehr als die Hälfte der Baumaßnahmen umgesetzt war.

    Die Stadt hat eine Smart-City-Strategie mit 14 Themenfeldern und das Ziel, bis 2027 fünf Arbeitsprozesse in der Verwaltung zu automatisieren. Gründer finden im Gründungs- und Innovationszentrum boriGO zwölf Büros und Coworking-Flächen; dazu gibt es Formate wie den Gründerklub und „Borken pitcht“.

    Gut zu wissen

    Hintergründe, die in Borken zählen

    1. 01

      Wenige zahlen viel

      Neun von 1.061 gewerbesteuerpflichtigen Betrieben tragen ein Drittel der Gewerbesteuer. Dem steht eine breite Basis gegenüber: mehr als 21.000 sozialversicherungspflichtige Stellen bei rund 43.000 Einwohnern.

    2. 02

      Handwerksnachwuchs wächst

      Der Kreis Borken verzeichnete 2024 bei der Handwerkskammer Münster mit 1.063 neuen Ausbildungsverträgen das stärkste Wachstum aller Regionen der Kammer (plus 5,8 Prozent).

    3. 03

      Unternehmerfrühstück, Gründerklub, Nacht der Ausbildung

      Die Stadt lädt zweimal jährlich zum Unternehmerfrühstück (nächster Termin 04.11.2026), der Gründerklub traf sich zuletzt am 24.09.2026, die Nacht der Ausbildung findet jährlich im November statt.

    4. 04

      Ein Tipp für Standortsuchende

      Die Stadt gewährt auf Gewerbegrundstücken einen Nachlass bei nachweislichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, etwa Dachbegrünung, über ein Punktesystem.

    Vor Ort

    Wir kommen in ganz Borken vorbei

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    Dieselbe Arbeit, ein paar Kilometer weiter

    Quellen

    Woher die Angaben stammen

    Alle Angaben aus öffentlichen Quellen, abgerufen am 06.10.2026. Zahlen können sich ändern; maßgeblich sind die jeweiligen Veröffentlichungen. Mit „eigene Rechnung“ gekennzeichnete Werte haben wir aus den Quellzahlen berechnet.

    Der erste Schritt

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