Bocholt · Kreis Borken

    KI und Digitalisierung für Betriebe in Bocholt

    Bocholt ist die größte Stadt im Kreis Borken, ein Industriestandort direkt an der niederländischen Grenze und unser Zuhause. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Abläufe, bevor man über Werkzeuge spricht.

    Von Christian Schubert · Stand 06.10.2026

    Bocholt in Zahlen

    Der Standort auf einen Blick

    • 73.257Einwohner am 31.12.2024, größte Stadt im Kreis Borken
    • 33.069sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (1. Quartal 2025)
    • 8.607davon im Verarbeitenden Gewerbe, dem größten Wirtschaftszweig
    • +2.844Pendlersaldo 2024: 14.245 Einpendler, 11.401 Auspendler
    • 644Gewerbeanmeldungen 2024, dem stehen 521 Abmeldungen gegenüber
    • ca. 81 %gigabitfähige Anschlüsse laut Stadt (12/2025)

    Quelle: Fact Sheet Wirtschaftsstandort der Stadt Bocholt (Daten von IT.NRW, Bundesagentur für Arbeit, VOIS-Gewerbewesen) und Stadt Bocholt, Breitbandausbau.

    Unser Blick

    Wo wir in Bocholt hinschauen würden

    • 01

      Fertigung und Export

      Das Verarbeitende Gewerbe stellt mit 8.607 Beschäftigten die meisten Arbeitsplätze, die Exportquote liegt nach Angabe der Stadt über 50 Prozent. In solchen Betrieben kosten selten die Maschinen Zeit, sondern Auftragsklärung, Dokumente und Rückfragen zwischen Büro und Halle.

      Mehr zum produzierenden Gewerbe

    • 02

      Handwerk und Bau

      Das Baugewerbe beschäftigt 3.083 Menschen, im Gewerbepark Holtwick sitzen handwerklich geprägte Betriebe. Wir schauen auf Aufmaß, Angebot und Dokumentation: Wie oft wird dieselbe Information zweimal erfasst?

      Mehr zu Handwerk und Bau

    • 03

      Büros, Kanzleien und Verwaltung

      Dienstleistungen (6.652) und unternehmensnahe Dienstleistungen samt Grundstückswesen (3.773) zusammen bieten rund 10.400 Arbeitsplätze, mehr als das Verarbeitende Gewerbe (eigene Rechnung). Dort geht Zeit oft in Eingang, Fristen und Ablage verloren.

      Mehr zu Kanzleien und Büros

    Das ist unsere Einschätzung aus den Strukturdaten, keine Aussage über einzelne Betriebe. Was bei Ihnen tatsächlich Zeit kostet, sehen wir erst im Betrieb.

    Wirtschaft

    Industriestandort mit breitem Mittelbau

    Das Verarbeitende Gewerbe stellt mit 8.607 Beschäftigten die meisten Arbeitsplätze, gefolgt von Dienstleistungen (6.652), Handel (5.921), unternehmensnahen Dienstleistungen und Grundstückswesen (3.773) und dem Baugewerbe (3.083). Als Hauptbranchen nennt die Wirtschaftsförderung Maschinenbau, Textil, Logistik und Handwerk. Die Exportquote liegt nach Angabe der Stadt über 50 Prozent. Insgesamt zählt die Stadt rund 3.500 Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk.

    Räumlich konzentriert sich vieles im Industriepark: rund 300 Hektar, nach Stadtangabe der größte zusammenhängende, voll erschlossene Industriepark in Nordrhein-Westfalen, mit rund 380 Unternehmen und etwa 7.200 Beschäftigten. Er wird um 40 Hektar nach Süden erweitert. Handwerklich geprägte Betriebe sitzen im Gewerbepark Holtwick, Gründer und forschungsnahe Unternehmen im Technologiepark an der Westfälischen Hochschule. Das Flächenpotenzial war 2024 mit rund 14,6 Hektar knapp.

    Grenzlage

    Pendler, Niederlande und ein positiver Saldo

    Die nördliche Stadtgrenze ist zugleich Staatsgrenze. 2024 pendelten 14.245 Beschäftigte nach Bocholt ein und 11.401 aus, der Saldo liegt bei plus 2.844. Die Stadt unterhält seit 2016 gemeinsam mit den niederländischen Gemeinden Oude IJsselstreek, Winterswijk und Aalten ein Deutsch-Niederländisches Netzwerkbüro als Anlaufstelle für Unternehmen beider Seiten. Die Einzelhandelszentralität lag 2024 bei 108,0, die Stadt zieht also Kaufkraft aus dem Umland an.

    Digital

    Glasfaser, digitale Verwaltung und ein Hub am Neutorplatz

    Rund 81 Prozent der Anschlüsse sind nach Angabe der Stadt gigabitfähig (Stand 12/2025). Für weitere 581 Adressen außerhalb des Kernbereichs läuft ein gefördertes Projekt mit vorläufig bewilligten 10 Mio. Euro von Bund und Land, die Vergabe war für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, ein Ergebnis ist uns nicht bekannt. Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe sind grundsätzlich förderfähig, solange sie nicht gigabitfähig erschlossen sind. Der kommunale Versorger baut das Netz im Stadtgebiet zusätzlich eigenfinanziert aus.

    Die Verwaltung setzt auf Digitalisierung: Seit dem 28.05.2026 sind Bauanträge vollständig digital einreichbar, auf der Stadtwebsite arbeitet ein KI-gestützter Bürgerassistent. Für Betriebe gibt es einen Coworking-Space am Neutorplatz, dort seit 2023 auch einen Satelliten des Digital.hub Münsterland, und einen Makerspace.

    Gut zu wissen

    Hintergründe, die in Bocholt zählen

    1. 01

      Die Stadt wächst nicht, sie hält sich

      Der Höchststand lag 2005 bei 73.762 Einwohnern, Ende 2024 waren es 73.257. Betriebe können nicht mit zusätzlichen Einwohnern als Kunden und Mitarbeitern rechnen, sondern müssen Abläufe und Nachwuchs aus dem Bestand und dem Umland sichern.

    2. 02

      Mehr Gründungen als Aufgaben

      2024 gab es 644 Gewerbeanmeldungen und 521 Abmeldungen, ein Plus von 123 (eigene Rechnung).

    3. 03

      Hochschule am Ort

      Die Westfälische Hochschule, Standort Bocholt, hat rund 1.370 Studierende (Wintersemester 2025/26), unter anderem in Wirtschaftsinformatik, Mechatronik, Maschinenbau und Bionik.

    4. 04

      Termine für Betriebe

      Die 9. Internationale Matchingmesse für Studierende und Unternehmen fand am 15.10.2026 an der Hochschule statt, mit über 30 Unternehmen aus Deutschland und den Niederlanden. Die nächste Gewerbeschau ist für den 20.06.2027 im Industriepark angekündigt.

    Vor Ort

    Wir kommen in ganz Bocholt vorbei

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    Dieselbe Arbeit, ein paar Kilometer weiter

    Quellen

    Woher die Angaben stammen

    Alle Angaben aus öffentlichen Quellen, abgerufen am 06.10.2026. Zahlen können sich ändern; maßgeblich sind die jeweiligen Veröffentlichungen. Mit „eigene Rechnung“ gekennzeichnete Werte haben wir aus den Quellzahlen berechnet.

    Der erste Schritt

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