Elektro · Kreis Borken

    KI und Digitalisierung für Elektrobetriebe

    Elektrobetriebe arbeiten mit Prüfprotokollen, Netzanmeldungen und Registrierungen, die jedes Mal dieselben Daten verlangen. Wir sehen uns an, wo in Ihrem Betrieb Angaben mehrfach erfasst werden, und sagen Ihnen, was sich davon automatisieren lässt. Und was bei der Elektrofachkraft bleiben muss.

    Von Christian Schubert · Stand 07.10.2026

    Elektro in Zahlen

    Die Branche auf einen Blick

    • 49.113Betriebe der E-Handwerke in Deutschland (2025)
    • 451.050sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 1,2 % weniger als im Vorjahr (2025)
    • 88,2 Mrd. EuroUmsatz der E-Handwerke 2025, 0,3 % weniger als im Vorjahr
    • 12,3 Wochendurchschnittlicher Auftragsvorlauf (Herbstumfrage 2025, Frühjahr 2025: 13,0)
    • 66,4 %der angebotenen Ausbildungsplätze konnten besetzt werden (Umfrage 09/2025, 1.562 Betriebe)
    • 214.334öffentliche Ladepunkte in Deutschland am 01.09.2026, davon 56.572 Schnellladepunkte (eigene Summe)

    Quelle: Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH, Herbstkonjunkturumfrage 2025), Handwerksblatt zu ZVEH- und Destatis-Daten (Betriebe, Beschäftigte, Umsatz; Sekundärquelle), Bundesnetzagentur (Ladeinfrastruktur). Zahlen für das Elektrohandwerk im Kreis Borken liegen uns nicht belegt vor, deshalb gelten diese Angaben bundesweit.

    Struktur

    Kleine Betriebe mit breitem Feld

    Die E-Handwerke umfassten 2025 nach Angaben des Handwerksblatts auf Basis von ZVEH- und Destatis-Daten 49.113 Betriebe mit 451.050 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das sind im Schnitt rund neun Beschäftigte je Betrieb (eigene Rechnung, Näherung, weil nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt sind). Der Verband erwartet für 2026 einen preisgetriebenen Umsatzanstieg von 0,8 Prozent bei sinkender Beschäftigung (Prognose, kein Ist-Wert).

    Im Kammerbezirk Münster zählte die Handwerkskammer 2025 insgesamt 30.749 Handwerksbetriebe, davon 4.928 Ausbildungsbetriebe. Im Frühjahr 2026 lag der Geschäftsklimaindikator im Münsterland bei 101,7 Punkten (100 ist die Schwelle), im Ausbaugewerbe, zu dem die Elektrotechnik zählt, bei 106,2. Die Auftragsreichweite betrug im Mittel 9,3 Wochen, die Auslastung 77,7 Prozent. Eigene Zahlen für Elektrotechniker im Kreis Borken weist die Kammer in dem Bericht nicht aus.

    Markt

    Vom Dach zur Wärmepumpe und zur Wallbox

    Das Geschäft verschiebt sich. In der ZVEH-Umfrage ging der Umsatzanteil von Photovoltaik und Speichern zwischen Frühjahr und Herbst 2025 von 6,8 auf 6,5 Prozent zurück, während E-Mobilität von 3,5 auf 3,8 Prozent und Wärmepumpen und Lüftung von 3,1 auf 3,4 Prozent stiegen. Laut Fachpresse installierten die E-Handwerke 2025 rund 205.000 Wärmepumpen (2024: 160.000) und rund 355.000 PV-Anlagen (2024: 395.000).

    Bundesweit kamen 2025 nach Angaben der Bundesnetzagentur 16,4 Gigawatt Photovoltaik hinzu, der Bestand liegt bei 117 Gigawatt. In Nordrhein-Westfalen entstanden von Januar bis Oktober 2025 rund 150.000 neue PV-Anlagen. Die Zahl der öffentlichen Schnellladepunkte stieg von August 2025 bis August 2026 laut Fachpresse um 27,5 Prozent. Welcher Anteil davon auf lokale Betriebe entfällt, ist nicht belegt.

    Abläufe

    Dieselben Daten, viele Formulare

    Ein typischer Auftrag mit Anlagenbezug läuft so: Anfrage, Vor-Ort-Termin, Aufmaß, Angebot, Ausführung, Prüfung, Anmeldung beim Netzbetreiber, Registrierung im Marktstammdatenregister, Rechnung. Netzanmeldung und Registrierung verlangen jeweils Kunden-, Anlagen- und Gerätedaten, das Prüfprotokoll nennt sie erneut. Das beschreibt die übliche Reihenfolge, nicht den Zeitaufwand: Eine belastbare Zahl dazu haben wir nicht gefunden und nennen deshalb keine.

    Rahmen

    Anmeldung, Prüfung, Rechnung

    Netzanschluss: Arbeiten an der Kundenanlage dürfen nur der Netzbetreiber oder ein im Installateurverzeichnis eingetragenes Unternehmen ausführen (§ 13 NAV). Ladeeinrichtungen sind vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber zu melden, ab einer bestimmten Leistung braucht es dessen Zustimmung (§ 19 NAV). Erzeugungsanlagen sind innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister zu registrieren. Seit dem Solarpaket I (Mai 2024) entfällt bei Steckersolargeräten bis 800 Watt die gesonderte Meldung beim Netzbetreiber.

    Prüfung: Elektrische Anlagen sind vor der Inbetriebnahme, nach Änderungen und wiederkehrend durch eine Elektrofachkraft zu prüfen und die Ergebnisse zu dokumentieren (DGUV Vorschrift 3). Die Fristen legt der Unternehmer in der Gefährdungsbeurteilung fest. Die Prüfung und die Unterschrift bleiben bei der Fachkraft, auch wenn Formulare vorbefüllt werden.

    E-Rechnung: Empfangen müssen Betriebe sie seit dem 1. Januar 2025. Ausstellen müssen sie nach den BMF-Hinweisen (Stand März 2026) ab dem 1. Januar 2027, bei geringem Vorjahresumsatz ab dem 1. Januar 2028. Bei Bauleistungen genügt laut BMF derzeit im strukturierten Teil die Nennung von Gewerken mit Summen, wenn eine lesbare Anlage das Leistungsverzeichnis aufschlüsselt. Rechtsstand: 07.10.2026, keine Rechtsberatung.

    EEG-Novelle: Die Bundesregierung hat im Sommer 2026 einen Entwurf zur EEG-Novelle und ein Netzpaket in den Bundestag eingebracht. Nach der Darstellung des Bundesverbands Erneuerbare Energie soll für neue Dachanlagen bis 25 Kilowatt der gesicherte Anspruch auf Einspeisevergütung entfallen; der Bundesrat fordert Änderungen. Beschlossen ist das nicht (Stand 07.10.2026). Wir verfolgen es und nennen keine Zahlen aus dem Entwurf.

    Gut zu wissen

    Hintergründe, die in der Branche zählen

    1. 01

      Nachwuchs ist der Engpass, nicht die Auftragslage

      Laut ZVEH-Umfrage bietet fast jeder zweite Betrieb (48,3 Prozent) Ausbildungsplätze an, aber nur 66,4 Prozent der Plätze werden besetzt, 52 Prozent melden weniger Bewerbungen als vor fünf Jahren. Das ist ein Argument für weniger Büro- und Dokumentationszeit je Mitarbeiter.

    2. 02

      Auszubildende

      Die E-Handwerke zählten 2024 bundesweit 46.481 Auszubildende, davon 41.397 im Beruf Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Neu abgeschlossen wurden 15.803 Verträge, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr (Sekundärquelle, Daten ZVEH).

    3. 03

      Steckersolargeräte: wenig Bürokratie

      Rund 430.000 Steckersolargeräte wurden 2025 registriert, 3,2 Prozent des Zubaus. Dachanlagen, Speicher und Wallboxen unterliegen dagegen weiter Anmelde-, Installateur- und Registrierungspflichten.

    4. 04

      Netzbetreiber unter Druck

      Der BDEW weist darauf hin, dass Netzbetreiber mit stark steigenden Anschlussbegehren für PV, Wallboxen und Wärmepumpen umgehen müssen. Sein Leitfaden zielt auf Vereinfachung, Standardisierung und Digitalisierung der Anschlussprozesse.

    5. 05

      Arbeitszeiterfassung

      Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 besteht eine Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Ein Gesetz zur Konkretisierung ist nach Fachpresse im Verfahren; Stand und Schwellen für Kleinbetriebe haben wir nicht geprüft.

    6. 06

      Zwei Umsatzreihen, die nicht zusammenpassen

      Die Umsatzangaben des Verbands für 2024 und 2025 lassen sich rechnerisch nicht zu einer Reihe verbinden, vermutlich wegen revidierter Basis. Wir nennen deshalb nur den Wert für 2025 mit Quelle und vergleichen nicht über mehrere Jahre.

    Unser Blick

    Wo wir hinschauen würden

    • 01

      Vom Aufmaß zum Angebot

      Werden Notizen, Fotos und Materiallisten von Hand in ein Angebot übertragen, steckt dort oft doppelte Arbeit. Wir würden messen, wie lange ein Angebot wirklich braucht, und prüfen, ob Vorlagen und Textbausteine reichen, bevor KI ins Spiel kommt.

    • 02

      Formularketten bei Anlagen

      Netzanmeldung, Marktstammdatenregister, Inbetriebnahme- und Prüfprotokoll fragen dieselben Daten ab. Wir würden prüfen, ob eine einmalige Erfassung je Auftrag genügt, ohne die Entscheidungen der Elektrofachkraft zu ersetzen.

    • 03

      Stunden, Material und Rechnung

      Stundenzettel, Materialentnahme und Rechnung laufen in kleinen Betrieben oft getrennt. Mit Blick auf E-Rechnung und Arbeitszeiterfassung würden wir prüfen, ob ein durchgängiger Weg von der Baustelle bis zur Rechnung möglich ist. Welche Software Sie nutzen, klären wir vorab.

    Das ist unsere Einschätzung aus den Strukturdaten, keine Aussage über einzelne Betriebe. Was bei Ihnen tatsächlich Zeit kostet, sehen wir erst im Betrieb. Wo sich der Aufwand nicht lohnt, sagen wir das ebenfalls.

    Der erste Schritt

    Wo verliert Ihr Betrieb jede Woche Zeit?

    Kostenlos und ohne Verkaufsdruck. Wir hören zu und sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Analyse für Sie lohnt.

    0175 53 18 701info@aireichbar.de